Prototyp der baulichen Großform: Torre Velasca, Mailand, erbaut 1956/57, Ansicht 2016 © Thomas Ledl (Wikimedia)

Die Universität Bielefeld, erbaut 1969 – 76, Ansicht 1980 © Michael Jeiter (Bildarchiv Foto Marburg)

Das Ihme-Zentrum Hannover, erbaut 1972 – 75, Ansicht 2016 © Sonja Hnilica

Donnerstag, 10. Januar 2019, 19:00 Uhr

Megabauten

Der Glaube an das Große
in der Architektur der Moderne

mit
Sonja Hnilica (Geschichte und Theorie der Architektur, TU Dortmund)

Ort
Klaus Fröhlich Hörsaal (B 302)
Hauptgebäude der Leibniz Universität
Welfengarten 1, 30167 Hannover
Stadtbahnen 4/5 bis Leibniz Universität

Abendkasse
4 EUR oder 0 EUR unter 25

Megabauten sind ein markantes architektonisches Erbe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und stets höchst umstritten. An Komplexen wie der Ruhruniversität Bochum, dem Klinikum Aachen oder dem Nordwestzentrum Frankfurt scheiden sich bis heute die Geister.

Doch ist der Glaube an das Große ein grundlegender Impuls in der Architektur moderner Gesellschaften. Großwohnsiedlungen, Einkaufszentren, Hochschulen für Tausende von Studierenden, Konferenzzentren oder Krankenhäuser auf der ganzen Welt zeugen davon. Die Bauten wurden groß wie ganze Städte und sollten dabei so effizient wie Maschinen funktionieren.

Diesem baulichen Erbe der 1960er und 1970er Boomjahre ist Sonja Hnilica intensiv nachgegangen. Sie dokumentiert dessen vielfältige kolossale Zeugnisse und den planerischen Optimismus einer Generation von Architekten, der sich aus Universalismus, Funktionalismus, Systemtheorie und Demokratiefreude speiste.

Sonja Hnilica forscht und lehrt zur Geschichte und Theorie der Architektur an der Technischen Universität Dortmund und hat umfangreich zur Rolle von Denkmodellen im Entwurfsprozess sowie zur Architektur der Nachkriegsmoderne publiziert.

Ihre Arbeit über Großstrukturen der 1960er und 1970er Jahre ist unter dem Titel Der Glaube an das Grosse in der Architektur der Moderne jüngst im renommierten Schweizer Verlag Park Books erschienen.