Unisphere © PublicDomainPictures, Pixabay
mit
Jackie Williams (Institut für Entwerfen und Städtebau),
Claudio Balzani (Institut für Windenergiesysteme) und
Cornelis Kater (ZQS/elsa) – alle Leibniz Universität Hannover
Ort
Leibniz Universität Hannover
Musiksaal, Callinstr. 30, 30167 Hannover
Eintritt frei (Spendenbox)
Wir begegnen hier einem Dilemma. Einerseits sieht sich die Wissenschaft der Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen verpflichtet. Ziel Nummer 13 lautet: »Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.« Andererseits hat der Wissenschaftsbetrieb selbst einen erheblichen klimaschädlichen CO2-Abdruck. Ein gewichtiger Teil entsteht durch Flugreisen.
Reisen sind für Forschende unabdingbar. Man kann die Welt nicht allein vom Schreibtisch aus erkunden. Forschung ist dabei immer internationaler geworden. Auf Tagungen, in Gremien und Kommissionen wird nicht nur Wissen ausgetauscht, es werden Kontakte, Kooperationen, Chancen und Budgets gehandelt. Wissenschaftliche Reichweite und Reputation sind kaum von einem hohen Grad an Mobilität zu trennen. Wissenschaftler*innen sammeln Bonusmeilen.
Aber das Unbehagen am akademischen Jet Set wächst. Forscher*innen reflektieren ihr Reiseverhalten und bilanzieren die ökologischen Kosten mit dem wissenschaftlichen Ertrag. Sie suchen nach Alternativen zum energieintensiven Konferenztourismus und erproben neue Verbindungen, Routen, Foren und Formate. Ihr Ziel: den wissenschaftlichen Impact vom ökologischen Fußabdruck entkoppeln.
Claudio Balzani und seine Kollegen wählten als Verkehrsmittel für die Anreise zu einer Windenergie-Konferenz in Schottland 2023 erstmals den Zug – und seitdem immer wieder. Ihr Ansporn: "Wir wollen das Klima schützen, dann machen wir das auch."
Cornelis Kater ist ein passionierter Reisender. Er hat sein mobiles Büro auch schon auf einer Schiffspassage aufgeschlagen. Privat produziert er den Reiseblog Schöne Ecken.
Jackie Williams fuhr mit dem Zug zu Architekten-Tagungen nach Barcelona und nach Tallinn. Mit den Architects for Future engagiert sie sich für eine Bauwende, die nachhaltige Mobilität als Kernforderung mit einschließt.