Foto © Form, Pxhere
mit
Monika Sester (Kartografie und Geoinformatik, LUH)
Amre Rizk (Verteilte Echtzeitsysteme, LUH)
Ort
Leibniz Universität Hannover
Hörsaal A 320
Welfengarten 1, 30167 Hannover
Eintritt frei (Spendenbox)
Die Ära des mobilen Computing begann mit dem elektronischen Taschenrechner, aber diesem fehlte eine wichtige Eigenschaft: Er wusste nicht, wo er ist. Anders heute, wo mobile Geräte ihren Standort kennen, ihn permanent aktualisieren und bei Bedarf übermitteln. Dieser Ortssinn eröffnet ganz neue Horizonte.
Wir können jetzt alles mögliche orten: unsere eigene Position im Gelände, die des Paketboten oder unser gestohlenens iPhone. Wir können Bewegungen aufzeichnen und Routen tracken, unsere Fitness im Blick behalten oder unsere Reisezeit.
Wenn nun mobile Geräte direkt untereinander kommunizieren, wird sogar spontane Selbstorganisation möglich. Autonome Fahrzeuge können sich zu Kolonnen zusammenschließen, in Krisenlagen entstehen Warn- und Meldeketten, Drohnenschwärme formieren sich am Himmel zu wechselnden Mustern.
Die Natur kennt diese Organisationsformen: Fische schwimmen in Schwärmen, Elefanten trotten in Kolonnen, Wandervögel fliegen in Formationen und Ameisen krabbeln auf Straßen. Solche Ordnungen können scheinbar aus dem Nichts entstehen, weil die einzelnen Organismen sensorisch verbunden sind und einfachen Regeln folgen.
Ist die Technologie gerade dabei, dieses »Web of Life« nachzubilden? Welche Konzepte und Komponenten sind dazu nötig, in welcher Sprache sollen die Geräte kommunizieren, auf welchen Kanälen, wie werden Störungen kompensiert, Konflikte geregelt? Wie weit trägt die Idee der Schwarmintelligenz?
An der Leibniz Universität blicken unsere beiden Gäste von gegenüberliegenden Seiten auf dieses Gebiet: Monika Sester leitet das Institut für Kartografie und Geoinformatik, Amre Rizk bekleidet die Professur für Verteilte Echtzeitsysteme – wir hören die Raumwissenschaften im Dialog mit der Kommunikationstechnik.